Immersive Kunstinstallationen

Die IMPACT4IMMERSIVE Runtime ist die Ausführungsumgebung für immersive Installationen. Sie betreibt Projekte im Fullscreen-Modus und nutzt auf einem Rechner alle angeschlossenen Displays. Setups mit mehreren Grafikkarten werden unterstützt – etwa für Räume mit fünf Beamern oder für Mehrkanal-Anordnungen, bei denen Bildflächen und Sichtachsen nicht als „ein Bildschirm“, sondern als räumlich verteiltes System behandelt werden.

Mehrkanal-Bildausgabe und Zonenmodell
Die Runtime stellt ein Zuweisungsmodell bereit, mit dem Inhalte gezielt auf einzelne Ausgabeflächen gelegt werden können. Projektionen werden als Zonen adressiert, z. B. Hauptzone, links, rechts, Boden oder Decke. Inhalte können damit nicht nur „gespiegelt“ oder „erweitert“ werden, sondern als separate, koordinierte Bildfelder laufen, die in der Gesamtkomposition unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Mapping und Anpassung an Architektur
Für Beamer-Installationen enthält die Runtime Funktionen für Positions- und Projektionsmapping, um Projektionen an reale Architekturen und Raumgeometrien anzupassen. Das betrifft sowohl die geometrische Einpassung von Bildflächen als auch die Zuordnung von Inhalten entlang physischer Grenzen: Kanten, Übergänge, Blickachsen, Decken- oder Bodenflächen. In Projekten, die nicht auf standardisierte Leinwandformate treffen, wird Mapping zur zentralen technischen Voraussetzung für gestalterische Präzision.

Simulation von Zielumgebungen
Zur Vorbereitung und Absicherung von Installationen unterstützt die Runtime die Simulation von Zielumgebungen mit unterschiedlichen Screenaufbauten. Screen-Topologien – Anzahl, Auflösung, Position und logische Zonen – können als Konfiguration abgebildet werden, um Projekte unabhängig vom aktuellen Aufbau zu testen, Varianten vorzubereiten und Installationswechsel zu begleiten.

Device-Anbindung und räumliche Sensorik
Die Runtime integriert Devices und externe Systeme, darunter 3D-LiDAR-Scanner. Sensorik kann in Echtzeit in die Szenenlogik eingebunden werden: als Datenstrom, als räumliche Struktur oder als Trigger- und Interaktionsquelle. Damit wird die Runtime zu einer Schnittstelle zwischen Raumereignis und Bildsystem – nicht als Zusatzmodul, sondern innerhalb der eigentlichen Ausführungsschicht.

Technische Basis und programmierbarer Kern
Die Runtime basiert auf gezielter Programmierung mit angepasstem Qt, C++ und QML sowie projektspezifischen Custom-Klassen. Damit lassen sich Laufzeitverhalten, Rendering, Timing, Geräteschnittstellen und Projektlogik in einer konsistenten Architektur zusammenführen. Die Runtime ist auf stabilen Dauerbetrieb ausgelegt und wird als eigenständige Ausführungsinstanz eingesetzt, getrennt von Entwicklungsumgebung und Autorensystem.

2D- und 3D-Inhalte in einem Laufzeitsystem
Die Runtime ist für aufwendige 2D- und 3D-Inhalte ausgelegt. Bildbasierte, flächige Gestaltung und räumliche Strukturen werden innerhalb eines gemeinsamen Systems verarbeitet und ausgegeben – passend für Arbeiten, die zwischen malerischer Komposition, grafischer Setzung und räumlicher Situation wechseln oder diese Ebenen gleichzeitig führen.
Neben Projektions-Setups mit Beamern wird die impact4immersive Runtime auch für digitale Lichtkunst eingesetzt, in der mehrere Bildschirme als verteilte Bildträger fungieren – von einzelnen Monitorgruppen bis zu großflächigen Multi-Display-Anordnungen. Die Runtime adressiert dabei sämtliche Ausgabeflächen pro Rechner im Fullscreen-Betrieb und behandelt sie als konfigurierbare Topologie aus Zonen und Zielgeräten.

Beamer und Bildschirme
Das System ist hardwareunabhängig im Sinne einer offenen Ausrichtung auf unterschiedliche Installationsumgebungen: verschiedene Screen- und Projektor-Modelle, wechselnde Auflösungen, wechselnde Grafikkarten-Setups. Für komplexe Echtzeitinhalte ist die Runtime auf den Betrieb mit leistungsfähigen 3D-Grafikkarten ausgelegt; Mehr-GPU-Konfigurationen können Teil der Architektur sein, wenn Ausgabeflächen, Renderlast oder Sensorintegration es erfordern.
Damit bleibt die Runtime in ihrer Funktion gleich: Sie verbindet eine stabile Ausführungsschicht mit einem präzisen Zuweisungs- und Mappingmodell – unabhängig davon, ob Inhalte über Projektoren, Displays oder gemischte Setups im Raum präsent werden.